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 Zwangsvereinigung SPD-KPD
Gunter Weissgerber Offline




Beiträge: 626

21.04.2016 13:23
Gedenkstätte Hohenschönhausen an die Zwangsvereinigung vor 70 Jahren antworten

Gedenkstätte erinnert an Zwangsvereinigung von KPD und SPD
Kranzniederlegung im ehemaligen Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen

Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen erinnert am Donnerstag (21.04., 11 Uhr) mit einer Kranzniederlegung an die Opfer der Zwangsvereinigung von SPD und KPD vor 70 Jahren. Der Sozialdemokrat Heinz-Joachim Schmidtchen, der wegen seines Protestes gegen die Vereinigung in Haft kam, wird am Gedenkstein für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft sprechen. Am Nachmittag (21.04., 15 Uhr) redet der Direktor der Gedenkstätte, Hubertus Knabe, zudem bei einer Gedenkstunde der SPD am Admiralspalast in der Berliner Friedrichstraße.
Die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) wurde auf dem sogenannten Vereinigungsparteitag von KPD und SPD am 21. und 22. April 1946 im Berliner Admiralspalast gegründet. Der Händedruck der Parteivorsitzenden, Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl, wurde Parteiemblem der SED. Die Vereinigung erfolgte unter massivem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht. Sozialdemokraten, die sich der Vereinigung widersetzten, wurden vielfach inhaftiert oder zur Flucht in den Westen getrieben. Allein in Berlin-Hohenschönhausen arretierte die sowjetische Geheimpolizei etwa 100 Sozialdemokraten. Nach ihrer Verurteilung verbüßten sie zumeist jahrelange Haftstrafen in Lagern der UdSSR.
Heinz-Joachim Schmidtchen klebte im Frühjahr 1946 in Berlin Plakate gegen die Zwangsvereinigung. Kurz nach dem Vereinigungsparteitag verhaftete ihn die sowjetische Geheimpolizei. Er kam zunächst in einen Haftkeller in der Prenzlauer Allee. Von Juni bis August 1946 war er im sowjetischen Speziallager Nr. 3 in Hohenschönhausen gefangen. Anschließend kam er in das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen. 1950 wurde er in einem Schnellverfahren zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er im Zuchthaus Bautzen verbringen musste.

Heinz-Joachim Schmidtchen klebte im Frühjahr 1946 in Berlin Plakate gegen die Zwangsvereinigung. Kurz nach dem Vereinigungsparteitag verhaftete ihn die sowjetische Geheimpolizei. Er kam zunächst in einen Haftkeller in der Prenzlauer Allee. Von Juni bis August 1946 war er im sowjetischen Speziallager Nr. 3 in Hohenschönhausen gefangen. Anschließend kam er in das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen. 1950 wurde er in einem Schnellverfahren zu zehn Jahren Haft verurteilt, die er im Zuchthaus Bautzen verbringen musste.

Die Vereinigung erfolgte unter massivem Druck der sowjetischen Besatzungsmacht. Sozialdemokraten, die sich der Vereinigung widersetzten, wurden vielfach inhaftiert oder zur Flucht in den Westen getrieben. Allein in Berlin-Hohenschönhausen arretierte die sowjetische Geheimpolizei etwa 100 Sozialdemokraten. Nach ihrer Verurteilung verbüßten sie zumeist jahrelange Haftstrafen in Lagern der UdSSR.

PRESSEMITTEILUNG
21.04.2016

Gedenkveranstaltung zur Zwangsvereinigung von KPD und SPD vor 70 Jahren
Gedenkstätte erinnerte an verfolgte Sozialdemokraten
Die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen hat am Donnerstag (21.04.) mit einer Kranzniederlegung an die Opfer der Zwangsvereinigung von SPD und KPD vor 70 Jahren erinnert. Am 21. und 22. April 1946 wurde auf einem Parteitag der beiden Parteien in Berlin die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) gegründet. Am Gedenkstein für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft sprachen Gedenkstättendirektor Hubertus Knabe, SPD-Landesgeschäftsführer Dennis Buchner und der Sozialdemokrat Heinz-Joachim Schmidtchen, der wegen seines Protestes gegen die Vereinigung jahrelang in Haft war.
Knabe wies auf das schwere Schicksal der Sozialdemokraten hin, die gegen die Vereinigung von SPD und KPD Widerstand geleistet hätten. Er erinnerte beispielhaft an den Berliner Abgeordneten Werner Rüdiger und das Mitglied des Berliner Parteivorstands, Julius Scherf, der 1947 im Lager Sachsenhausen ums Leben kam. „Wir würden uns mitschuldig machen, wenn wir länger zu dem kommunistischen Terror in Berlin und in der Ostzone schweigen würden“, zitierte er den späteren Bundeskanzler Willy Brandt, der die Verfolgungen seiner Parteigenossen 1948 angeprangert hatte.
Heinz-Joachim Schmidtchen, der in Berlin Plakate gegen die Vereinigung geklebt hatte, berichtete den etwa 70 Teilnehmern der Gedenkveranstaltung von seiner Verhaftung im Frühjahr 1946. „Wir wollten die KPD nicht, wir wollten die Zwangsvereinigung nicht. Das war mein Verbrechen.“ Nach seiner Haftentlassung floh er in die Bundesrepublik. „Ich bin froh, dass ich im Westen für die Demokratie arbeiten durfte. Zwei Diktaturen sind genug“, so Schmidtchen.
SPD-Landesgeschäftsführer Buchner rief die lange Geschichte der Verfolgung von Sozialdemokraten in Erinnerung, vom Kaiserreich über die NS-Herrschaft bis zum kommunistischen System im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands. „Wir müssen uns gemeinsam engagieren und die Stimme gegen die Feinde der Demokratie erheben“, forderte er am Ende der Gedenkstunde.

Angefügte Bilder:
HJSchmidtchen.JPG   HJSchmidtchen2.JPG  
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